By Tamer Gencer on Dienstag, 31. Mai 2016
Category: Aktuelle News

Fisch des Jahres 2016 "Esox lucius"

Der Hecht (Esox lucius) ist „Fisch des Jahres" 2016. Auf den schönen Raubfisch haben sich das Bundesamt für Naturschutz (BfN), der Deutsche Angelfischerverband, der Verband Deutscher Sporttaucher sowie das österreichische Kuratorium für Fischerei und Gewässerschutz geeinigt. Seit 1984 werden Arten zum „Fisch des Jahres" gekürt, deren Bestand etwa wegen schädlicher Einflüsse auf Gewässer zurückgeht oder gar vom Aussterben bedroht ist. Trotz der weiten Verbreitung seien die Bestände des Hechtes in vielen Gewässern gering, begründete das Gremium die Wahl. Den Fachleuten zufolge wird der Hecht in der sogenannten Roten Liste zwar als ungefährdet eingestuft. Langfristig zeige der Trend aber, dass seine Bestände zurückgingen. Angler und andere Naturschützer pochen daher darauf, Gewässer und Auen wieder in einen naturnahen Zustand zu bringen, damit der Hecht sich dorthin zurückziehen und seine Eier ablegen kann.

Markant beim Hecht sind der langgestreckte Körper, die nach hinten verlagerte Rücken- und Afterflosse und vor allem das entenschnabelartige Maul. Er besiedelt stehende Gewässer vom kleinen Tümpel bis zum großen See, aber auch Fließgewässer vom Oberlauf bis hinab in die küstennahe Brackwasserregion. Der Hecht kann mit zahlreichen spitzen, nach hinten gebogenen Zähnen hervorragend Beute packen: Fische aller Art, auch eigene Artgenossen, Frösche, gelegentlich auch kleine Wasservögel und Säugetiere wie Mäuse oder Bisamratten stehen auf dem Speiseplan. Die Durchschnittsgröße eines Hechtes liegt zwischen 50 cm und 100 cm. Weibliche Hechte können jedoch 1,30 m überschreiten und über 20 kg schwer werden.

Der Hecht ist ein standorttreuer Raubfisch. Er lauert gerne in Ufernähe regungslos auf seine Beute, die er im blitzschnellen Vorstoß ergreift. Als Einzelgänger versteckt er sich gerne zwischen Wasserpflanzen, Baumwurzeln, an Schilfkanten oder Uferböschungen. Dort ist er durch seine grüne bis bräunliche und durch gelbe Bänder durchbrochene Färbung ausgezeichnet getarnt.

Zur Laichzeit - im Frühjahr - zieht der Hecht in krautreiche Flachwasserbereiche der Überschwemmungsflächen oder in kleine Gräben und Nebengerinne, wo er seine klebrigen Eier an Wasserpflanzen anheftet. Durch Trockenlegung von Wiesen und das Ausbleiben von Frühjahrsüberschwemmungen in Folge von Regulierungsmaßnahmen sind geeignete Laichplätze selten geworden. Hinzu kommt der Verlust an geeignetem Lebensraum durch Uferbegradigung und Verbauung. Insbesondere die Jungfische sind auf die sich schnell erwärmenden Flachwasserbereiche mit ihrem großen Nahrungsangebot angewiesen.

In unseren Gewässern befinden sich gute bis sehr gute Hechtbestände im Bereich der Donau von der Brücke beim Kraftwerk Wiblingen bis zum Herbelhölze, Donau-Gewässer - Strecke Schmutz-, Donaustauseenkette Ersingen bis Donaustetten, Dr.-Carl-Schwenk-Seen, Gögglinger Altwasser, Lichternsee, Gronne, Baggersee beim Fischerheim, Max-Jäger-See, Donau bei Leipheim, Waldbaggersee.

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